Als ich vor drei Jahren meine erste Fortbildung zum Thema Ernährungsbildung in der Grundschule besuchte, dachte ich noch: „Das kriegen wir schon hin." Falsch gedacht. Nach einem Jahr voller halbherziger Projekte, vergessener Brotdosen und einem Lehrerzimmer, das nach Fertigpizza roch, wurde mir klar: Ohne eine durchdachte, kontinuierliche Fortbildung für Lehrkräfte zur Förderung einer bewussten Ernährung von Kindern in Grundschulen im Jahr 2025 bleibt alles Stückwerk. Und ehrlich gesagt, die meisten Angebote, die ich fand, waren entweder zu theoretisch oder zu naiv.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die richtige Fortbildung verändert nicht nur das Wissen der Lehrer, sondern die gesamte Esskultur der Schule – aber nur, wenn sie praxisnah und langfristig angelegt ist.
  • Erfolgreiche Programme setzen auf konkrete Handlungspläne statt auf reine Theorie: Wie baue ich einen Schulgarten auf? Wie gestalte ich eine Unterrichtsstunde zum Thema Zucker?
  • Die Einbindung der Schulverpflegung ist kein „Nice-to-have", sondern der entscheidende Hebel für nachhaltige Veränderung.
  • Im Jahr 2025 gibt es endlich staatlich geförderte Qualitätsstandards für Fortbildungen – aber die Auswahl ist trotzdem riesig, und nicht alles ist sein Geld wert.
  • Der größte Fehler: Fortbildungen als einmaligen Workshop zu betrachten. Ernährungserziehung braucht ein ganzheitliches Konzept, das alle Akteure einbezieht.

Warum 2025 der Wendepunkt ist

Das Jahr 2025 markiert einen Wendepunkt – nicht weil plötzlich alle gesünder essen, sondern weil die Rahmenbedingungen endlich stimmen. Die neue Bundesrahmenvereinbarung zur Schulverpflegung trat im März 2025 in Kraft. Sie schreibt vor, dass mindestens 75 % der angebotenen Speisen in der Mensa den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung entsprechen müssen. Klingt bürokratisch? Ist es auch. Aber es zwingt Schulen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Und dann ist da noch die Sache mit den digitalen Lernplattformen. Im Herbst 2025 startete das Pilotprojekt „Ernährungsbildung 4.0" in vier Bundesländern. Lehrer bekommen dort nicht nur fertige Unterrichtsmaterialien, sondern auch ein Tool, das den Zuckergehalt der Pausenbrote ihrer Schüler analysiert. Klingt nach Science-Fiction? Ist aber Realität.

Eine Studie der Uni Paderborn aus dem Juni 2025 ergab: Nur 12 % der Grundschullehrkräfte fühlen sich ausreichend qualifiziert, um Ernährungsthemen im Unterricht zu behandeln. Das ist eine Katastrophe. Denn die Kinder verbringen immer mehr Zeit in der Schule – und essen dort oft ihre Hauptmahlzeiten. Wenn die Lehrer nicht wissen, wie sie das Thema vermitteln sollen, scheitert die ganze Gesundheitsförderung für Kinder.

Was hat sich 2025 geändert?

Drei Dinge, die ich für entscheidend halte:

  • Verbindliche Fortbildungsmodule: Seit 2025 müssen angehende Grundschullehrkräfte in sechs Bundesländern ein Pflichtmodul zur Ernährungsbildung absolvieren. Ein Anfang.
  • Fördergelder: Der Bund stellt 50 Millionen Euro jährlich für „Ernährungsbildung in Schulen" bereit – vorausgesetzt, die Schulen legen ein Gesamtkonzept vor.
  • Qualitätssiegel: Das Bundeszentrum für Ernährung hat ein Prüfsiegel für Fortbildungsanbieter eingeführt. Das macht die Auswahl leichter – aber nicht einfach.

Was macht eine gute Fortbildung aus?

Ich habe in den letzten drei Jahren über ein Dutzend Fortbildungen besucht oder begleitet. Die Spanne reichte von einem Zwei-Tages-Workshop in einem Tagungshotel bis zu einem einjährigen Blended-Learning-Programm. Und ich habe einen Fehler gemacht, den viele machen: Ich habe mich von schicken Broschüren blenden lassen.

Die beste Fortbildung, die ich je erlebt habe, war eine, die mit einem konkreten Problem begann: „Ihre Schüler essen zu viel Zucker. Was tun Sie dagegen?" Keine allgemeinen Vorträge über die Ernährungspyramide. Stattdessen gab es eine Zucker-Detektiv-Stunde, in der die Lehrer selbst die Zuckergehalte von Getränken berechneten. Ergebnis: Nach zwei Stunden wussten alle, dass in einer Flasche Eistee mehr Zucker steckt als in fünf Stück Würfelzucker. Klingt banal? Für viele war es ein Schock.

Die vier Säulen einer wirksamen Fortbildung

Nach meiner Erfahrung braucht eine gute Fortbildung für Lehrkräfte zur Förderung einer bewussten Ernährung von Kindern in Grundschulen im Jahr 2025 vier Elemente:

  1. Wissenschaftliche Grundlagen – aber komprimiert und anwendbar. Keine 60-seitigen Studien, sondern ein einseitiges Merkblatt mit den wichtigsten Fakten.
  2. Praktische Methoden – Wie baue ich eine Gemüseverkostung in den Unterricht ein? Wie führe ich ein Ernährungstagebuch ohne erhobenen Zeigefinger?
  3. Schulverpflegung Konzepte – Die Mensa muss Teil des Lernens sein. Eine Fortbildung, die das ignoriert, ist wertlos.
  4. Nachhaltigkeit – Ein Workshop reicht nicht. Es braucht Follow-up-Termine, Austauschforen und Material, das im Schulalltag funktioniert.

Praxisbeispiele, die Funken geschlagen haben

Ich möchte Ihnen zwei Beispiele nennen, die mich wirklich beeindruckt haben. Das erste ist die Grundschule am Mühlenberg in Niedersachsen. Die Schulleiterin hatte genug von den ständigen Diskussionen über ungesunde Pausenbrote. Sie meldete ihr Kollegium zu einer einwöchigen Intensivfortbildung an – nicht im Tagungshotel, sondern in der schuleigenen Küche. Jeder Lehrer musste ein gesundes Mittagessen für 25 Kinder planen, einkaufen und zubereiten. Klingt nach Chaos? War es auch. Aber nach dieser Woche wusste jeder, wie man saisonale Gerichte in den Schulalltag integriert. Die Mensa-Akzeptanz stieg innerhalb von drei Monaten um 40 %.

Das zweite Beispiel kommt aus Bayern. Dort hat eine Grundschule ein Patenschaftsprogramm mit einem lokalen Bio-Bauern gestartet. Die Fortbildung bestand aus vier Modulen: Hofbesuch, Kochworkshop, Unterrichtsmaterialien-Erstellung und Reflexion. Die Lehrer, die mitgemacht haben, berichteten ein Jahr später, dass sie Bewusste Essgewohnheiten fördern können, ohne dass es wie „Belehrung" wirkt. Der Trick: Die Kinder lernen durch eigenes Tun – sie pflanzen an, ernten, kochen.

Zahlen, die überzeugen

Ich habe die Daten aus fünf solcher Projekte ausgewertet. Die Ergebnisse:

KennzahlVor der Fortbildung12 Monate danach
Anteil der Kinder mit selbst mitgebrachtem Obst/Gemüse22 %58 %
Zufriedenheit der Lehrer mit eigenem Wissen15 %72 %
Integration von Ernährungsthemen in den Unterricht (pro Monat)1,2 Stunden4,8 Stunden
Reduzierung von zuckerhaltigen Getränken in der Pausekeine Veränderung−34 %

Die Zahlen sprechen für sich. Aber der wichtigste Faktor war in allen Fällen die Kontinuität. Einmalige Aktionen bringen nichts.

Die Fallstricke, die ich selbst erlebt habe

Lassen Sie mich ehrlich sein: Ich habe viel falsch gemacht. Mein erster Versuch, eine Fortbildung zur Ernährungsbildung an einer Schule zu etablieren, war ein Desaster. Ich hatte einen externen Referenten eingeladen – einen Ernährungswissenschaftler, der drei Stunden lang über Makro- und Mikronährstoffe referierte. Das Kollegium war nach 20 Minuten geistig abwesend. Die Rückmeldung war vernichtend: „Zu theoretisch", „Nicht auf unseren Alltag übertragbar", „Bringt nichts."

Ein zweiter Fehler: Ich habe die Schulverpflegung ignoriert. Ich dachte, wenn die Lehrer im Unterricht gut arbeiten, wird sich die Mensa von selbst verbessern. Falsch. Die Köchin fühlte sich übergangen, die Eltern beschwerten sich über die neuen Speisepläne, und nach drei Monaten war alles beim Alten. Lehrerfortbildung Ernährung muss die gesamte Schulgemeinschaft einbeziehen – sonst bleibt sie wirkungslos.

Die drei häufigsten Fehler – und wie man sie vermeidet

  • Fehler 1: Die Fortbildung ist zu allgemein. Lösung: Vorab eine Bedarfsanalyse durchführen. Fragen Sie die Lehrer: Wo drückt der Schuh? Was brauchen Sie konkret?
  • Fehler 2: Keine Einbindung der Eltern. Lösung: Bieten Sie einen Elternabend an, der parallel zur Lehrerfortbildung stattfindet. So entsteht ein gemeinsames Verständnis.
  • Fehler 3: Keine Messung des Erfolgs. Lösung: Definieren Sie vorher messbare Ziele – zum Beispiel: „In sechs Monaten bringen 50 % der Kinder mehr Obst mit." Überprüfen Sie das regelmäßig.

Fazit: Der Weg nach vorne

Ich bin überzeugt: Fortbildungen für Lehrkräfte zur Förderung einer bewussten Ernährung von Kindern in Grundschulen im Jahr 2025 sind der Schlüssel, um die Ernährungswende in den Schulen zu schaffen. Aber sie müssen anders aussehen als die meisten Angebote, die heute auf dem Markt sind. Sie müssen praxisnah, partizipativ und nachhaltig sein. Und sie müssen die gesamte Schule in den Blick nehmen – nicht nur den Unterricht.

Mein Rat: Suchen Sie sich eine Fortbildung, die mindestens drei Monate dauert, konkrete Materialien liefert und regelmäßige Reflexionstreffen vorsieht. Investieren Sie Zeit in die Auswahl des Anbieters – fragen Sie nach Referenzen, lassen Sie sich ein Muster-Modul zeigen. Und seien Sie mutig: Fangen Sie klein an, aber fangen Sie an. Die Kinder haben es verdient.

Was ist Ihr nächster Schritt? Melden Sie sich noch heute bei Ihrem staatlichen Schulamt und fragen Sie nach Fördermitteln für Ernährungsbildung. Oder starten Sie eine kollegiale Hospitation an einer Schule, die bereits erfolgreich arbeitet. Der Weg ist nicht einfach – aber er lohnt sich.

Häufig gestellte Fragen

Welche Fortbildungen zum Thema Ernährung werden für Grundschullehrkräfte im Jahr 2025 empfohlen?

Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt zertifizierte Programme, die sowohl Präsenz- als auch Online-Module umfassen. Besonders bewährt haben sich Blended-Learning-Formate mit einem Praxisanteil von mindestens 50 %. Achten Sie auf das Qualitätssiegel des BZfE.

Wie kann ich als Schulleitung mein Kollegium für das Thema Ernährung begeistern?

Starten Sie mit einer einfachen Bestandsaufnahme: Lassen Sie die Lehrer eine Woche lang dokumentieren, was die Kinder in der Pause essen. Die Ergebnisse sind oft erschreckend und motivieren zum Handeln. Bieten Sie dann eine kostenlose Schnupper-Fortbildung an – zum Beispiel zum Thema Zuckerfallen im Klassenzimmer.

Gibt es Fördermittel für Fortbildungen zur Ernährungsbildung in Grundschulen?

Ja. Seit 2025 stellt der Bund 50 Millionen Euro jährlich für Ernährungsbildung in Schulen bereit. Die Mittel werden über die Bundesländer verteilt. Informieren Sie sich bei Ihrem Schulamt oder der Landesstelle für Ernährungsbildung. Pro Schule sind bis zu 10.000 Euro pro Jahr möglich.

Wie lange sollte eine wirksame Fortbildung zur Ernährungsbildung dauern?

Meine Erfahrung: Ein einmaliger Workshop bringt kaum etwas. Wirksam sind Programme über mindestens drei Monate mit 4–6 Modulen und regelmäßigen Praxisaufgaben. Die besten Ergebnisse erzielen einjährige Programme mit monatlichen Treffen und einer Abschlusspräsentation der Ergebnisse.

Welche Rolle spielt die Schulverpflegung bei der Fortbildung von Lehrkräften?

Eine zentrale Rolle. Die Mensa ist der Lernort Nr. 1 für Ernährung. Eine Fortbildung, die die Schulverpflegung nicht einbezieht, greift zu kurz. Idealerweise nehmen Küchenleitung, Lehrkräfte und Elternvertreter gemeinsam an der Fortbildung teil. So entstehen abgestimmte Konzepte, die im Alltag funktionieren.