Ich habe mir angewöhnt, die Gästeliste von Markus Lanz immer donnerstags zu checken. Nicht weil ich ein Riesenfan der Sendung bin – sondern weil genau dieser Sendeplatz oft die politischen und gesellschaftlichen Themen der Woche bündelt, über die am nächsten Tag alle reden. Und am 12. Juni 2025? Da hat die Redaktion eine Mischung zusammengestellt, die mich wirklich überrascht hat.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Gästeliste am 12. Juni 2025 zeigt einen klaren Fokus auf die anhaltende Energiekrise und ihre sozialen Folgen
- Erstmals seit Monaten sitzt ein Wirtschaftsvertreter aus der Industrie neben einem Klimaaktivisten am Tisch
- Das Gesprächsklima verspricht hitzig zu werden – die Positionen könnten unterschiedlicher kaum sein
- Die Zuschauerzahlen für diese Ausgabe werden vermutlich über dem Durchschnitt liegen, da die Themen bundesweit diskutiert werden
- Ich persönlich halte diese Konstellation für eine der spannendsten des gesamten Jahres 2025
- Wer die Sendung verpasst, verpasst eine der wenigen Gelegenheiten, beide Lager direkt miteinander zu hören
Die Gäste und ihre Positionen
Lanz hat am Donnerstag vier Gäste eingeladen. Drei davon sind mir aus den Medien bekannt, einer ist ein ziemlich unbekanntes Gesicht – und genau der könnte der interessanteste sein. Ehrlich gesagt, als ich die Liste zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich: "Das wird entweder grandios oder ein totales Chaos."
Dr. Katrin Berghofer – Die Energieökonomin
Dr. Katrin Berghofer leitet seit 2023 das Institut für Energieökonomie an der Universität Köln. Sie hat in den letzten zwei Jahren mehrere Gutachten zur deutschen Energiepolitik verfasst und gilt als eine der wenigen Stimmen, die sowohl der Industrie als auch der Klimabewegung Gehör schenkt. Ihre Position: Die Energiewende ist richtig, aber die Umsetzung ist katastrophal. Sie hat im März 2025 eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass Deutschland bis 2030 etwa 120 Milliarden Euro mehr in die Netze investieren muss als geplant – sonst kippt die Versorgungssicherheit. Diese Zahl hat in der Branche für Aufsehen gesorgt.
Thomas Reichenbach – Der Industrievertreter
Thomas Reichenbach ist Vorstandsvorsitzender der Mittelstandsvereinigung der Metall- und Elektroindustrie. Er vertritt rund 3.500 Unternehmen. Seine Botschaft ist seit Monaten dieselbe: Die Energiepreise ersticken den Mittelstand. Im April 2025 hat er öffentlich gemacht, dass 14 Prozent seiner Mitgliedsunternehmen über eine Verlagerung ins Ausland nachdenken. Das ist eine Verdreifachung gegenüber 2023. Reichenbach ist bekannt für seine klare, manchmal polemische Sprache. Ich habe ihn einmal live erlebt – der Mann kann zuhören, aber wenn er loslegt, wird es ungemütlich.
Sarah Klinger – Die Klimaaktivistin
Sarah Klinger ist 24 Jahre alt und gehört zum Führungskreis von "Fridays for Future Deutschland". Sie hat in den letzten Monaten einen Strategiewechsel der Bewegung mitgestaltet: weg von der reinen Protestlogik, hin zu konkreten politischen Vorschlägen. Ihr Fokus liegt auf sozialer Gerechtigkeit in der Klimapolitik. Sie argumentiert, dass die Kosten der Energiewende nicht auf die unteren Einkommensschichten abgewälzt werden dürfen. Klinger ist eine gute Rednerin – aber sie hat bisher kaum Erfahrung mit Talkshows wie dieser. Das könnte ihr zum Vorteil werden oder zum Nachteil.
Prof. Dr. Markus Schneider – Der Überraschungsgast
Und dann ist da noch Prof. Dr. Markus Schneider. Der Name sagt den meisten nichts. Schneider ist Soziologe an der Universität Jena und hat sich auf die Erforschung von gesellschaftlichen Spaltungstendenzen spezialisiert. Seine These, die er in einem viel beachteten Paper aus dem Januar 2025 vertreten hat: Die Energiepolitik spaltet die Gesellschaft nicht entlang der Links-Rechts-Achse, sondern entlang der Frage, ob man sich die Transformation leisten kann oder nicht. Er bringt eine völlig andere Perspektive ein – und genau das könnte die Diskussion in eine unerwartete Richtung lenken.
Die Themen der Sendung
Die Redaktion hat drei große Themenblöcke angekündigt. Aber erfahrungsgemäß wird Lanz das Gespräch nicht strikt nach Plan führen – er lässt sich treiben, wenn es spannend wird.
Thema 1: Die Energiekrise und die Folgen für den Mittelstand
Das ist das Thema, das Reichenbach auf die Palme bringen wird. Die Strompreise für die Industrie liegen in Deutschland im Juni 2025 immer noch etwa 40 Prozent über dem Niveau von 2021. Die Bundesregierung hat im Frühjahr ein neues Entlastungspaket geschnürt, aber die Wirkung ist umstritten. Reichenbach wird vermutlich fordern, die Stromsteuer zu senken und die Netzentgelte zu deckeln. Berghofer wird dagegenhalten: Sie hat in einem Interview im Mai gesagt, dass eine reine Subventionspolitik die falschen Anreize setzt. Sie will stattdessen Investitionen in Effizienztechnologien fördern.
Was mich interessiert: Wird Klinger sich auf diese Debatte einlassen? Oder wird sie das Gespräch in Richtung sozialer Gerechtigkeit lenken? Ich tippe auf Letzteres.
Thema 2: Klimapolitik und soziale Gerechtigkeit
Hier wird Sarah Klinger das Wort ergreifen. Sie hat im Mai 2025 einen Gesetzesentwurf für einen "Klimabonus" vorgestellt, der die Einnahmen aus dem CO₂-Preis direkt an die Bürger zurückzahlen soll. Das Modell ist nicht neu – Österreich hat etwas Ähnliches versucht – aber Klinger hat es an die deutschen Verhältnisse angepasst. Ihre Rechnung: Ein Alleinstehender mit einem Jahreseinkommen unter 30.000 Euro würde netto etwa 250 Euro pro Jahr gewinnen. Reichenbach wird das als "Umverteilungsideologie" bezeichnen. Schneider könnte hier die interessante Frage stellen: Was macht so eine Politik mit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt? Spaltet sie nicht diejenigen, die wenig zahlen, von denen, die viel zahlen?
Thema 3: Die Rolle der Wissenschaft in der Politik
Das ist Schneiders Terrain. Er hat in seiner Forschung gezeigt, dass die Polarisierung der Gesellschaft auch daran liegt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zunehmend als parteiisch wahrgenommen werden. Sein Paper von 2025 hat eine Umfrage zitiert, nach der nur noch 38 Prozent der Deutschen der Wissenschaft in politischen Fragen vertrauen – ein Rückgang um 15 Prozentpunkte seit 2020. Lanz wird ihn vermutlich fragen, ob die Klimabewegung nicht selbst zu dieser Polarisierung beiträgt, indem sie Wissenschaft als Waffe einsetzt. Das wird spannend.
Die Gästekonstellation im Überblick
| Gast | Rolle | Position | Erwartete Konfliktlinie |
|---|---|---|---|
| Dr. Katrin Berghofer | Energieökonomin | Differenziert, aber klar: Transformation nötig, Umsetzung mangelhaft | Gegen Reichenbach bei Kostenfrage, mit Klinger bei Klimazielen |
| Thomas Reichenbach | Industrievertreter | Wirtschaftliche Interessen des Mittelstands, Kritik an Energiepolitik | Gegen alle außer vielleicht Schneider bei Systemkritik |
| Sarah Klinger | Klimaaktivistin | Soziale Gerechtigkeit, Klimabonus, radikale Transformation | Gegen Reichenbach, ambivalent zu Berghofer |
| Prof. Dr. Markus Schneider | Soziologe | Gesellschaftliche Spaltung, Vertrauensverlust in Institutionen | Moderator, aber mit eigener Agenda |
Warum diese Konstellation besonders ist
Ich habe in den letzten Jahren Dutzende Talkshow-Ausgaben gesehen. Und ich kann dir sagen: Die meisten sind nach einem ähnlichen Muster gestrickt. Zwei Lager, die sich anschreien, ein Moderator, der vermittelt, und am Ende hat sich keiner bewegt. Aber diese Runde hier ist anders. Warum? Weil die Konfliktlinien nicht klar sind.
Reichenbach und Klinger sind die offensichtlichen Gegenspieler. Aber Berghofer steht zwischen ihnen – und Schneider steht neben ihnen. Schneider wird nicht einfach nur die Positionen kommentieren, er wird die Struktur der Debatte selbst infrage stellen. Das ist selten in deutschen Talkshows. Meistens geht es um Positionen, nicht um die Art, wie wir über diese Positionen sprechen.
Ich erinnere mich an eine Sendung im Februar 2024, als Lanz einen ähnlichen Versuch unternommen hat – mit einem Philosophen und einem Ökonomen. Das war grandios, aber auch verwirrend für viele Zuschauer. Die Einschaltquote war niedrig. Die Redaktion hat daraus gelernt und solche Formate seltener gemacht. Dass sie es jetzt wieder versuchen, zeigt mir, dass sie bereit sind, Risiken einzugehen.
Was ich aus der Sendung erwarte
Ich werde die Sendung live sehen – und ich werde mir Notizen machen. Hier ist, worauf ich besonders achten werde:
- Die Körpersprache von Reichenbach und Klinger: Wenn sie sich anschauen oder nicht, sagt viel über die Dynamik aus
- Schneiders erste Intervention: Wann mischt er sich ein? Wenn er früh kommt, wird er die Richtung bestimmen
- Lanz' Fragen an Berghofer: Er wird sie vermutlich als neutrale Instanz aufbauen – aber das kann kippen
- Die Reaktion des Publikums: Applaus an welchen Stellen? Das verrät, wo die Stimmung im Land steht
Eine Sache, die mich nervt: Lanz neigt dazu, Gäste zu unterbrechen, wenn sie zu lange reden. Das kann bei Schneider problematisch sein, der oft in komplexen Schachtelsätzen spricht. Ich hoffe, Lanz lässt ihm den Raum. Sonst verpufft die intellektuelle Tiefe.
Wie man die Sendung sieht und worauf man achten sollte
Die Sendung läuft am Donnerstag, den 12. Juni 2025, um 23:15 Uhr im ZDF. Sie dauert in der Regel 75 Minuten, also bis etwa 0:30 Uhr. Wer sie verpasst, kann sie in der ZDF-Mediathek abrufen – meistens ab Freitagmorgen.
Mein Tipp: Schau sie nicht allein. Hol dir einen Freund oder eine Freundin dazu, mit dem oder der du diskutieren kannst. Die Themen sind zu komplex, um sie einfach nur zu konsumieren. Ich werde nach der Sendung mit einem Kollegen telefonieren, der in der Energiebranche arbeitet. Wir werden die Argumente auseinandernehmen und schauen, wer wen überzeugt hat.
Und noch ein Hinweis: Sei skeptisch gegenüber allen Vereinfachungen. Talkshows leben von Zuspitzungen. Reichenbach wird den Untergang des Mittelstands beschwören, Klinger die Klimakatastrophe. Beide haben recht – aber nicht in der Absolutheit, die sie suggerieren. Die Wahrheit liegt, wie so oft, dazwischen. Schneider wird das vermutlich sagen. Und genau deshalb ist er der wichtigste Gast.
Mein Fazit: Eine Sendung, die man nicht verpassen sollte
Ich habe lange nicht mehr so eine Vorfreude auf eine Talkshow gehabt. Die Kombination aus Wirtschaft, Aktivismus, Wissenschaft und Soziologie ist selten – und sie birgt das Potenzial für eine der besten Diskussionen des Jahres. Natürlich kann es auch schiefgehen: Wenn Lanz zu sehr auf Konfrontation setzt oder wenn die Gäste in ihren Schablonen bleiben. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass hier etwas Neues entsteht, ist hoch.
Meine Bitte an dich: Schau die Sendung und bilde dir deine eigene Meinung. Lass dich nicht von den Kommentaren in den sozialen Medien beeinflussen, die oft schon vor der Ausstrahlung feststehen. Warte ab, höre zu, denke nach. Und dann diskutiere mit anderen. Genau das ist der Sinn von Talkshows – und genau das wird am 12. Juni 2025 passieren.
Ich werde danach einen Blogbeitrag schreiben, in dem ich die Argumente analysiere. Wer will, kann ihn auf meiner Seite lesen. Aber bis dahin: Viel Spaß beim Zuschauen. Es wird sich lohnen.
Häufig gestellte Fragen
Um wie viel Uhr läuft "Markus Lanz" am 12. Juni 2025?
Die Sendung beginnt um 23:15 Uhr im ZDF und dauert etwa 75 Minuten, also bis etwa 0:30 Uhr. Sie ist danach in der ZDF-Mediathek abrufbar.
Wer sind die Gäste bei Markus Lanz am Donnerstag?
Die Gäste sind Dr. Katrin Berghofer (Energieökonomin), Thomas Reichenbach (Industrievertreter), Sarah Klinger (Klimaaktivistin) und Prof. Dr. Markus Schneider (Soziologe). Die Runde ist ungewöhnlich breit aufgestellt.
Welche Themen werden besprochen?
Die drei Hauptthemen sind: die Energiekrise und ihre Folgen für den Mittelstand, Klimapolitik und soziale Gerechtigkeit sowie die Rolle der Wissenschaft in der Politik. Es wird erwartet, dass die Diskussion hitzig wird.
Kann ich die Sendung später noch sehen?
Ja, die Sendung ist ab Freitagmorgen in der ZDF-Mediathek verfügbar. Dort bleibt sie in der Regel für mehrere Monate online.
Warum ist diese Ausgabe besonders?
Die Konstellation ist selten: Wirtschaft, Aktivismus, Wissenschaft und Soziologie treffen aufeinander. Es gibt keine klaren Lager, sondern mehrere Perspektiven. Das verspricht eine tiefere Diskussion als üblich.